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36 Jahre Tanklöschfahrzeug bei der FF Ebersdorf

 

1) Anschaffung des ersten Tanklöschfahrzeuges im Landkreis Coburg: 

Anfang der 60er Jahre machte man sich Gedanken zur Anschaffung eines kreiseigenen Tanklöschfahrzeuges. Während der frühere Kreisbrandinspektor Heider sich gegen eine Stationierung von Tanklöschfahrzeugen aussprach, erkannte sein Nachfolger KBI Schulz die Vorteile, die so eine Anschaffung mit sich brachte.

Der Landkreis Coburg und der frühere Landkreis Ebermannstadt waren die einzigen Landkreise in Oberfranken, die zu dieser Zeit noch kein TLF besaßen.

 

Zum Vergleich:

Der Landkreis Bamberg hatte damals schon vier TLF´s in seinen Gemeinden stationiert!

In unserer Gegend hatte nur die Stadt Coburg und die noch nicht landkreiszugehörige Stadt Neustadt ein solches Fahrzeug.

In der Sitzung des Kreistages vom 31.März 1966 beschloss man nun einen Betrag von 65.000.- DM (33.233,97 €), für den Ankauf eines TLF´s, für das Jahr 1967 einzuplanen.

Daraufhin wurden die ersten Angebote eingeholt. Am 7.September 1966 konnten auf dem Anger in Coburg die Anbieter ihr Fahrzeug vorführen.

Zur Debatte standen folgende Fabrikate:

-         Mercedes-Benz mit Ziegler-Aufbau

-         M.A.N.

-         M.A.N. mit Ziegler-Aufbau

-         Magirus

Eine einheitliche Meinung bestand nach der Besichtigung, dass auf jeden Fall ein Fahrzeug mit einem Ziegler-Aufbau gekauft werden solle. Mit Rücksicht auf das robuste Fahrgestell und die größere Bodenfreiheit von 9 cm, sprach sich die Mehrzahl von Ausschussmitgliedern für den Kauf des M.A.N. – Fahrzeuges aus.

Stationiert sollte das Fahrzeug bei der Freiw. Feuerwehr Ebersdorf werden. Unterbringungsmöglichkeiten waren im 1961 errichteten Gerätehaus vorhanden. Somit wurde Ebersdorf zur Stützpunktwehr.

Am 24.Mai 1967 war es dann soweit. Unter der Führung von KBI Schulz holte der damalige Ebersdorfer Kommandant und Kreisbrandmeister Arno Lindner mit seien beiden Maschinisten Knorr und Seiler, das Tanklöschfahrzeug bei der Fa. Ziegler in Giengen ab.

Da das Fahrzeug auch mit Atemschutzgeräten ausgestattet war, besuchten die Kameraden Joachim Stegner, Max Lemser und Horst Schneider den Lehrgang für Atemschutzgeräteträger 1968 auf der Feuerwehrschule in Würzburg.

 

2) Die 70er Jahre:

Bereits im Jahr 1971 wurde das Team von Atemschutzgeräteträgern durch Dieter Klug, Reinhard Böhm und Klaus Friedrich verstärkt. Im Jahr 1971 fuhr man bereits 27 Einsätze mit dem TLF.

Zu dem Einsatzgebiet gehörte der gesamte Landkreis Coburg, wenn nötig fuhr man auch in die Nachbarlandkreise.

Eine Verstärkung der Feuerwehren wurde nötig.

Im gleichen Jahr wurde das zweite Landkreis-TLF angeschafft und bei der FF Bad Rodach stationiert. Die Anschaffungskosten beliefen sich mit 102.000.- DM (52.152.- €) fast doppelt so hoch, wie vier Jahre zuvor beim ersten TLF.

Trotz des zweiten Tanklöschfahrzeuges wurde die FF Ebersdorf immer öfters mit dem TLF angefordert.

Bei einem 2-tägigen Brandeinsatz 1972 in Neida fuhr man mit dem TLF die meisten Kilometer bei einem Einsatz, sage und schreibe 493 km!

Im Jahr 1976 erreichte man das erste Mal 30 Einsätze mit dem TLF, so musste man auch zu einem Waldbrand bis nach Förtschendorf bei Teuschnitz im Frankenwald ausrücken!

In den Jahren 78 / 79 waren die Ebersdorfer Wehrleute bei Brandeinsätzen in Seubelsdorf (Stadt Lichtenfels) und Romansthal (Bad Staffelstein) eingesetzt.

Im Jahr 1979 wurden zwei weitere Tanklöschfahrzeuge durch den Landkreis angeschafft und bei den Feuerwehren Seßlach und Untersiemau stationiert. Die Kosten beliefen sich auf ca. 195.000.- DM (99.702.- €) je Fahrzeug.

Ebenfalls wurde durch die Gemeinde Rödental ein TLF 16 angeschafft. Somit wurde nun allmählich der Landkreis Coburg flächendeckend mit Tanklöschfahrzeugen ausgestattet.

Im Jahr 1987 wurde nach 20 Dienstjahren das TLF vom Landkreis Coburg der Gemeinde Ebersdorf übertragen. Es wurde generalüberholt und man nahm eine Mindestlebensdauer von weiteren 5 Jahren an. (Es waren aber letztendlich 16 Jahre!)

 

3) Weitere Großschadensereignisse:

1990 fuhr man 31 Einsätze mit dem TLF.

Besonders ist in diesem Jahr der Waldbrand am Bausenberg zu nennen, bei dem 220 Feuerwehrleute mit 37 Fahrzeugen zum Einsatz kamen. Der Ersteinsatz dauerte etwa 10 Stunden, die Aufräumungs- und Nachlöscharbeiten der örtlichen Feuerwehren zogen sich elf Tage hin. Acht Hektar Wald wurden vernichtet.

Am 28.April 1993 wurde die FF Ebersdorf zu einem der größten Waldbrände, die das nord-westliche Oberfranken in den letzten 30 Jahren aufgesucht hatte, alarmiert.

Der Bucher Forst (Lkr. Lichtenfels) stand auf einer Fläche von fast 30 ha in Flammen. Hohe Windgeschwindigkeiten trieben die Flammenwand voran.

500 Einsatzkräfte aus den Landkreisen Lichtenfels und Coburg rückten mit über 20 TLF´s dem Brandherd zu Leibe.

Dies ist nur ein Auszug von Einsätzen, die das Fahrzeug mit seiner Mannschaft erlebt hat. Bis Ende 1996 stand man der Bevölkerung bei insgesamt 625 Einsätzen in 30 Dienstjahren zur Seite. Alle 17 ½ Tage kam das Fahrzeug somit zum Einsatz.

 

Eine Investition die sich gelohnt hat, um Menschleben und deren Hab und Gut zu schützen.

 

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© Feuerwehr Ebersdorf
 

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